2003

Das Neue an der Wendlinger Fasnet...

Narrenzunft Wendlingen e.V.            In jenen Tagen erließen die Kaiser von Europa den Befehl, dass alle Bewohner der Staaten ihr Geld tauschen sollten. Dies geschah so zum ersten Mal; damals war Andreas Hesky der Statthalter der Bürger in Wendlingen. Da ging jeder in seine Bank, um sein Geld tauschen zu lassen. So zogen auch die Nelau-Hexen von der Stadt Wendlingen und Unterboihingen hinaus zu ihren Banken. Als sie dort waren, kam für die Narrenzunft die Zeit der neuen Narrenfigur. Als es so weit war, zogen sich die neuen Narren ihr Häs an und bereiteten sich auf den Rathaussturm vor.  In jener Gegend um das Rathaus lagern jährlich um den Schmotzigen die Bürger mit ihren Kindern und halten Wache, dass der Bürgermeister nicht flüchtet.  


Beim nächsten Rathaussturm treten die neuen Narren der Zunft vor die Bürger, vielleicht umstrahlt sie ein wenig närrischer Glanz. Niemand braucht sich fürchten, denn auch für die Neuen gilt: "A jedem zur Freid ond koinem zum Leid". Vielleicht verkündet der Bürgermeister höchst persönlich die große Freud: Ab heute ist uns in der Stadt am Anfang der Alb ein neuer Narr geschenkt und das dient ihm als Zeichen: edler Zwirn hüllt seinen Körper ein, um seine   hohe Herkunft anzudeuten, doch ist ihm das gute Stück etwas zu groß geraten. Die schon verschlissenen Stellen sind dezent durch Stoffe verdeckt, die zwar weniger wertvoll, dafür     aber  in großer Menge vorhanden sind. Er trägt eine Schelle bei sich, um auf sich aufmerksam   zu machen. Seine Gesichtszüge sind geprägt durch Ernsthaftigkeit, Worttreue und Frömmigkeit einerseits und durch Lebensfreude, Gerechtigkeit durch das eigene Tun und Freude am Feiern andererseits. Seinen Hals verhüllt er durch einen Schal, der zwar zwei Farben hat, eine aber immer nur sichtbar sein kann. Kopf und Fuß sind ebenfalls ganz in edle dunkle Farbe gehüllt. Weiße Handschuhe schützen seine Hände vor Kälte und Schmutz.  Alle, die diese Nachricht hören, staunen hoffentlich darüber und eilen zum Rathaussturm und erzählen sich, was sie   schon von dem Narr gesehen und gehört haben: dass er die Bürgerschaft früh am Morgen, pünktlich mit dem Läuten der Kirchenglocken wecken wird, dass er gemeinsam mit den Nelauhexen ein Narrengericht abhalten wird, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und      in alle Straßen und Plätze Wendlingens die Fasnet tragen wird.  Sein erstes Erscheinen wird      er aber noch nicht in seiner endgültigen Gestalt durchführen. Sein Äußeres und sein närrisches Tun soll mit Hilfe der wohlwollenden Bürgerschaft noch reifen. Die Nelau-Hexen werden    mithelfen, das Neue an der Wendlinger Fasnet wachsen zu lassen und zu bewahren. Sie      freuen sich sehr auf den neuen Narr und hoffen, dass alles so wird, wie sie es schon von  anderen gehört haben.

Rathaussturm

und

öffentliches Narrengericht

am

7. Februar 2002 18.00 Uhr

am Marktplatz

 

vorgeladen zur Verhandlung sind:

 

Bürgermeister Andreas Hesky

 Stadträtin Irmgard Denzinger

Stadtrat Rainer Geissler
 

Zum besonderen Genuss der anwesenden Bürgerschaft werden die vom Narrengericht verhängten Strafen sofort und vor Ort vollstreckt.  

----------

Erstmals tagt das Wendlinger Narrengericht 
Narrenzunft Wendlingen e.V.

"Wen(U)boi" - neue Gruppe der Wendlinger Narrenzunft wird am Donnerstag beim Rathaussturm aktiv  WENDLINGEN (sel). Wenn die Wendlinger Narrenzunft am Donnerstag, 7. Februar, um 18 Uhr zum Rathaussturm rüstet, wird es erstmals seit vielen Jahren ganz gravierende Veränderungen geben. Der Büttel, in vielen Jahren respektvoll akzeptierte graue Eminenz, bei der die Fäden des närrischen Spektakels auf dem Marktplatz zusammenliefen, hat den Ruhestand angetreten. Für die Wendlinger Narrenzunft Anlass, neben den Nelau-Hexen eine zweite Narrengruppe zu kreieren. Erstmals werden die "Wen(U)boi" das Narrengericht zelebrieren. Angeklagt vor dem Narrengericht werden Bürgermeister Andreas Hesky, Stadträtin Irmgard Denzinger und Stadtrat Rainer Geissler. Was sie erwartet, konnte von den närrischen Richtern nicht in Erfahrung gebracht werden. Auf alle Fälle wird damit zu rechnen sein, dass die Wogen der Kommunalpolitik nochmal kräftig angeschoben werden. Übrigens, die Strafen, die das Narrengericht ausspricht, werden sofort und vor Ort vollstreckt. Die Zuschauer wird es amüsieren.  Das Narrengericht ist aber nur ein Teil des närrischen Treibens am schmotzigen Donnerstag. Wie immer sind die Nelau-Hexen, die in den Fasnetstagen in vielen Häusern unterwegs sind, mit ihren temperamentvollen Tänzen mit dabei, spielen die Aktiven des Unterboihinger Musikvereins dazu die passenden Töne. Bevor dieses närrische Programm auf dem Marktplatz abgespult wird und sich alle großen und kleinen Narren in der Tiefgarage zusammensetzen, wird das Rathaus gestürmt. Auf welchem Weg der Schultes wohl in diesem Jahr aus dem Rathaus flüchtet? Das Motto der Nelau-Hexen, "A jedem zur Freid ond koinem zum Leid", gilt auch für die Wen(U)boi, die neue Gruppe der Wendlinger Narrenzunft. Und beide lehnen sich stark an das Brauchtum der schwäbisch-alemannischen Fasnet an. Den Menschen in dieser närrischen Zeit auf liebenswürdige Weise den Spiegel vor das Gesicht zu halten ist ein wichtiger Aspekt. Genauso wichtig wie die Anonymität der Hästräger. Nur in dieser Anonymität kann eine Offenheit wachsen, die wohl direkt, nie aber verletzend ist.  Während die Nelau-Hexen mit ihren Hausbesuchen eher eine leise Fasnet feiern, wollen sich die Wen(U)boi in der Stadt bemerkbar machen. Am schmotzigen Donnerstag wollen sie schon morgens um 6 Uhr zum Wecken durch die Straßen laufen. Schellen und Rätschen schaffen die notwendige Lautstärke. Woran die Besucher des Rathaussturms am Donnerstag die neue Gruppe der Wendlinger Narrenzunft erkennen? Sie tragen einen schwarzen Frack - nicht mehr ganz neu, die ersten Löcher sind mit grobem Sackleinen ausgebessert. Der schwarze Zylinder gehört zu den Wen(U)boi genauso wie der blau-rote Schal, den sie um den Hals, und die Schelle, die sie um die Taille gebunden haben. In der Maske der Wen(U)boi sollen sich die Konfessionen der beiden Stadtteile widerspiegeln, so trägt die Maske pietistisch-verkniffene Züge genauso wie verschmitzte und offene. Überzogen natürlich, wie es sich für eine Fasnet geziemt. Noch sind die Masken von den Hästrägern selbst aus Gips gefertigt. Bis zur nächsten Fasnet werden auch diese Hästräger entsprechende handgeschnitzte Holzlarven mit sich führen. Ein wenig erinnern die neuen Wen(U)boi an Möchtegerne, die mehr darstellen wollen als sie tatsächlich sind. Bis ins Detail festgelegt ist die neue Narrengruppe bei ihrer Verkleidung nicht. Am endgültigen Outfit soll gemeinsam mit der interessierten Öffentlichkeit gearbeitet werden. Aber jetzt lassen wir sie erstmal auftreten, am kommenden Donnerstag beim morgendlichen Wecken und beim abendlichen Narrengericht.

Narrenzunft Wendlingen e.V.

Neue Gruppe der Wendlinger Narrenzunft Nachdem eine Traditionsfigur der Wendlinger Fasnet, der Büttel, in den Ruhestand getreten ist, hat die Wendlinger Narrenzunft eine neue Gruppe kreiert: die Wen(U)boi (Bild), die erstmals am schmotzigen Donnerstag mit ihrem mit Flicken versetzten schwarzen Frack, dem Zylinder, einem bunten Schal und der Schelle um die Taille beim Narrengericht auf dem Marktplatz agieren wird.sel